Gifte und Mittel

Jährlich werden etwa 20 Tonnen Pflanzenschutzmittel innerhalb von Räumen benutzt. Schätzungen über weitere Insektizide in ihrem Verbrauch liegen nicht vor, doch dürfte die Größenordnung auch hier erschreckend sein.Was Insekten schadet, das schadet zwangsläufig auch dem Menschen! Dies sollte jeder berücksichtigen, der bereit ist, mit einer chemischen Keule auf eine Fliege oder einen Käfer einzuschlagen.

Freilich wird ein kleines Insekt in einer Giftwolke sterben, während es dem Menschen dabei vielleicht nur übel wird oder er Kopfschmerzen bekommt. Aber wer bereit ist, rasch zur chemischen Kriegsführung zu schreiten, der wird es immer und immer wieder tun.

Insekten sind in ihrer Anzahl so unüberschaubar, daß sie sicherlich wieder kommen werden und mit dem Kampf gegen sie vergiftet sich der Mensch immer weiter; sich und seine gesamte Umwelt.

Natürlich müssen Motten im Teppich nicht toleriert werden - aber warum sollte man sie nicht mit gemahlenem schwarzen Pfeffer vertreiben, den man unter den Teppich streut?

Natürlich sind Stechmücken keine angenehmen Nachtgefährten im Schlafzimmer, aber Fliegengaze am Fenster verhindert ja schon ihren Besuch, ist auch nicht teurer als die chemische Abwehr und zudem sehr viel gesünder.

Sicher sind Blattläuse auf Pflanzen mehr als nur lästig, aber jede gesunde Pflanze verträgt ein paar davon und im übrigen sind Brennessel- oder Ackerschachtelhalmbrühen nicht nur ungiftigere Hilfsmittel, sondern zugleich auch brauchbare Pflanzendünger.

Fast immer gibt es eine Alternative zur chemischen Keule, wenn man nur bereit ist, alte Hausmittel in Erwägung zu ziehen, die ungebetenen Besucher nicht als echte Feinde zu betrachten, den eigenen Widerwillen nicht über den Verstand zu stellen und bei alledem einfach ein bißchen gelassener zu agieren.

Und wenn man schon unbedingt diese gefährliche Art der Gegenwehr nutzen möchte, dann sollte man wenigstens wissen, auf was man sich einläßt und sich vorher genau über Inhaltsstoffe und Wirkung informieren, was bei den meist sehr mangelhaft aufgeführten Beschreibungen der Giftpräparate zugegebenermaßen nicht immer ganz einfach ist