Katagorie:-

... erfordert eine geplante, durchstrukturierte Vorgehensweise.

  • Sie beinhaltet u.a. regelmäßige Inspektionen, um die Wirksamkeit der Behandlung zu überprüfen, ggf. Köder nachzulegen oder die Bekämpfungsmethodik zu modifizieren.
  • Bekämpfungsmaßnahmen sollten immer erfahrenen Fachbetrieben überlassen werden, um Gefahren für die Umwelt auszuschließen und Resistenzbildung in den Ratten-u. Mäusepopulationen zu verhindern.

Mehr über Rodentizide und deren Giftwirkung erfahren Sie im Kapitel Gifte und Mittel im Themenbereich Rodentizide.

Mittelwahl

Es dürfen nur solche Pflanzenschutzmittel (hier: Rodentizide = Mittel zur Bekämpfung von Nagetieren im Freiland und im Vorratsschutz) eingesetzt, an Dritte abgegeben oder verkauft werden, die von der Biologischen Bundesanstalt für Landund Forstwirtschaft (BBA) zugelassen worden sind.

Ein vollständiges Anwendungsverbot besteht für:

  • Arsenverbidungen
  • Crimidin
  • Endrin
     

Beschränkte Anwendungen sind zulässig bei:

Blausäure und Blausäure entwickelnde Verhindungen

Zur Begasung nur in Mühlen, Lagerräumen, in Vorratsräumen und anderen Räumen in Lebensmittelbetrieben und in Transportmitteln und -behältern gegen Vorratsschädlinge

Phosphorwasserstoff entwickelnde Verbindungen, ausgenommen Zinkphosphid als rodentizides Ködermittel

Nur zur Begasung in Lagerräumcn, Vorratsräumen, Silozellen, Transportmitteln und -behältem und unter gasdichten Planen gegen Vorratsschädlinge

Außerhalb von Wasserschutzgebieten und Heilquellenschutzgebieten a) gegen die Schermaus b) gegen den Hamster und den Maulwurf. Nur mit Zustimmung der zuständigen Behörde (Anm.: Obere Naturschutzbehörde)

Thullium-I-Sulfat

nur zur Anwendung in geschlossenen Räumen

Zinkphosphid

Anwendung nur Zulässig in Ködern; in Forsten dürfen die Köder offen ausgebracht werden; außerhalb von Forsten Anwendung nur in verdeckt ausgebrachten Ködern

Anwendung

Eine Liste der zugelassenen Pflanzenschutzmittel ist in den regelmäßig erscheinenden Ausgaben des Pflanzenschutzrnittel-Verzeichnis der BBA zusammengestellt, dessen jeweils gültige Teile (Angaben zu Rodentiziden finden sich in den Teilen 1: Ackerbau, Wiesen und Weiden, Hopfenbau. Sonderkulturen, Nichtkulturiand. Gewässer; Teil 2: Gemüsebau, Obstbau. Zierpflanzenbau, und Teil 5: Vorratsschutz ) (zu beziehen durch die Firma Saphir Verlag, Gutsstra8e 15. 38551 Ribbesbüttel)

Weiter legt die Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung Einschränkungen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln fest (Verstöße sind Ordnungswidrigkeitenl. Diese Einschränkungen speziell hinsichtlich der Anwendungen von Rodentiziden sind in Tabelle 2 wiedergegeben.

Darüberhinaus sind in den Mittelverzeichnissen der BBA sogenannte Kennzeichnungsauflagen als Nummerncodes in der Spalte ”Besondere Hi nweise” auf jeder Seite enthalten, die bei der Anwendung zu beachten sind. Sie sind auch in den Gebrauchsanleitungen enthalten. Bei Unklarheiten sollte jeder unbedingt Erkundigungen beim Pflanzenschutzdienst anstellen.

Maßnahmen nach Seuchenrecht

Die Bekämpfung von Nagetieren im Hygienebereich dient nicht dem Schutz von Pflanzen oder Pflanzenerzeugnissen, sondern dem Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier. Sie richtet sich gegen Nagetiere als Verursacher und Überträger von Krankheiten und kann durchaus Anwendungen im Freiland mit einschließen, wenn sich dort Überlebensräume der entsprechenden Populationen finden.

Das Bundesseuchengesetz legt fest, wann eine behördlich angeordnete Maßnahme zu ergreifen ist. Werden Tatsachen festgestellt, die zum A uftreten einer übertragbaren Krankheit führen können oder ist anzunehmen, daß solche Tatsachen vorliegen. so trifft die zuständige Behörde die notwendigen Maßnahmen zur Abwendung der dem einzelnen oder der Allgemeinheit hierdurch drohenden Gefahren.

Zur Mittelwahl:

Für den Schädiingsbekämpfer wichtig ist in diesem Zusammenhang: bei behördlich angeordneten Entrattungen dürfen nur solche Mittel und Verfahren angewendet werden, die vom Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz (BGVV) in eine entsprechende Liste aufgenommen worden sind. Diese wichtige im Bundesseuchengesetz testgeschriebene Vorschrift schränkt also die Mittelauswahl ein.

Der Schädlingsbekämpfer außerhalb von Pflanzenschutz- und Seuchenrecht

Übernimmt der Schädlingsbekämpfer einen Auttrag von Einzelpersonen, Firmen oder Behörden, ohne daß für den Einsatz seuchen- oder pflanzenschutzrechtiiche Voraussetzungen gegeben sind (zum Beispiel Bekämpfung von Nagetieren als Lästlingen), entfallen die Vorschriften zur Mittelwahl, die im Pflanzenschutz- und Seuchenrecht enthalten sind.

Der Schädlingsbekämpfer ist in dem verbleibenden Graubereich noch in seiner Auswahl der Wirkstoffe und/oder Mittel frei. Das ist aber nur ein sehr vordergründiger und schein barer Vorteil, weil er dabei Verantwortungen trägt, die ihm sonst die Mittelprüfungen abnehmen.

Außerhalb von Tätigkeiten im Pflanzenschutz- oder Seuchenrechtsbereich sind folgende Fangmethoden verboten (Auszüge aus der Bundesartenschutzverordnung):

  • mit Schlingen, Netzen, Fallen, Haken, Leim und sonstigen Klebstoffen. (Diese Vorschrift gilt nur, wenn so Tiere in größeren Mengen oder wahllos gefangen oder getötet werden können.)
  • mit akustischen oder elektrischen Geräten,
  • durch Begasen oder Ausräuchem oder unter Verwendung von Giftstoffen, vergifteten oder betäubenden Ködern oder sonstigen betäubenden Mitteln.

Die Vorschritt ist, auch wenn zum Beispiel Wanderratte, Hausmaus, Schermaus, Feldmaus, Erdmaus oder Bisam nicht zu den besonders geschützten Arten gehören, dann wichtig, wenn durch ergriffene Maßnahmen Tiere anderer Arten getroffen werden können.

Anfrage


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