Katagorie:-

(Ixodes ricinus)

Zecke, Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus)

Herkunft:

  • Einheimische Art, die sich nur im Freien vermehrt und in der Wohnung von daher nur auf der Haut des Menschen oder im Fell von Haustieren zu finden ist.
  • Auftreten vom Frühjahr bis zum Herbst.
  • Es sind etwa 800 verschiedene Zeckenarten bekannt, von denen nur einige als Krankheitsüberträger gelten.

Beschreibung und Entwicklung:

  • Die Männchen werden bis 4 mm lang, vollgesogene Weibchen erreichen eine Länge von bis zu 1,5 cm.
  • Die Tiere sind von hellrotbrauner Farbe.
  • Der Befall erfolgt im Freien. Da die Zecken keine Augen besitzen, lassen sie sich vom Hautgeruch ihres Wirtes angelocktvon Gräsern und Sträuchern auf ihn fallen.
  • Alle drei Entwicklungsstadien saugen Blut, allerdings immer nur einmal, dies jedoch über mehrere Tage hinweg.
  • Oft werden sie erst spät bemerkt - entweder durch entstehenden Juckreiz oder durch ihren dann beachtlichen, bis zur Erbsengröße anschwellenden Umfang.
  • Nach dem Saugakt verlassen die Tiere ihren Wirt.
  • In der freien Natur werden vornehmlich Mäuse und Vögel befallen.
  • Ein Weibchen legt zwischen 500 und 5000 Eier im Freien ab.
  • DieEntwicklung der Tiere ist danach sehr temperaturabhängig.
  • Sie kann in einem halben Jahr abgeschlossen sein, aber durchaus auch mehrere Jahre dauern.

Schaden:

  • Kein Materialschaden

Erkrankungen:

  • Der Stich und der mehrtägige Saugakt sind schmerzfrei; oft bleibt die Zecke unbemerkt!
  • Wird eine Zecke bemerkt, so sollte sie sofort(!) entfernt werden.
  • Wenn eine Zecke entfernt wird, aber ihr Vorderende dabei in der Haut steckenbleibt, kommt es zu einer Vorwölbung der Haut.
  • Man sollte eine entzündungshemmende Salbe auftragen - nach einigen Tagen lösen sich diese Teile dann meist von selbst.

Bekämpfung:

  • Wichtig ist es, sich vor Zeckenbefall zu schützen, was durch
  • geschlossene Kleidung etwas möglich ist. Nach einem Aufenthalt im Freien in zeckenreichen Gegenden sollte man seinen Körper auf eventuell vorhandene Zecken hin untersuchen.
  • Freilaufende Haustiere kann man mit einem sogenannten Ungezieferhalsband schützen, was aber ein gründliches Bürsten des Felles und Absuchen nach Zecken nicht erübrigt.
  • Die Widerhaken der Mundwerkzeuge der Zecken sind nicht(!) wie eine Schraube angeordnet, sondern gerade.
  • Daher ist es absolut unsinnig, eine Zecke herausdrehen zu wollen. Es ist besser, das Tier hin- und herzurütteln und dabei herauszuziehen. Es ist falsch, wenn man, wie es früher hieß, die Zecken zuvor mit allerlei Mitteln wie Öl, Klebstoff, Salbe etc. betäuben will.
  • Das Tier würde erschlaffen und dabei evtl. im Speichel befindliche Borrelien-Erreger in die Stichwunde entlassen; Erreger also, die ansonsten erst nach stundenlangem Saugakt in die Blutbahn kommen können.
  • Gegen die Borreliose gibt es keinen Impfstoff, wohl aber gegen FSME. Da die FSME aber nicht überall gleich verbreitet ist, empfiehlt es sich, sich über eine evtl. Impfung zuerst eingehend mit dem Arzt des Vertrauens zu beraten - jede Impfung kann auch unerwünschte Nebenwirkungen zeitigen.
  • Nach einem Zeckenstich in einem FSME-Gebiet sollte man einen Arzt aufsuchen. Der kann Anitkörper impfen und auf diese Weise die Gefahr einer FSME-Infizierung mindern.

Die hier besprochene Art, der Gemeine Holzbock, ist Überträger zweier sehr gefährlicher Krankheiten auf den Menschen:

Zecken-Borreliose

  • In Deutschland sind etwa 10 bis 20% der Tiere mit diesem Erreger infiziert, der aber erst nach einigen Stunden des Saugaktes über den Speichel der Zecke in die Blutbahn des Menschen gerät.
  • Deshalb ist sofortige Entfernung der Zecke so wichtig.
  • Ist eine Infektion eingetreten, verläuft die Borreliose in drei Stadien, wobei im ersten grippeähnliche Zustände auftreten sowie eine wandernde Hautrötung entstehen kann. Später, oft Monate nach dem Stich, kann es zu Störungen des Nervensystems kommen und noch später zu bleibenden Schäden an Gehirn, Nerven, Herz und Gelenken.
  • Borreliose kann bei rechtzeitigem Erkennen erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden. An der Borreliose können auch Haustiere wie Hund oder Pferd erkranken.

Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis = FSME

  • Hierbei handelt es sich um eine Viruskrankheit, bei der der Gemeine Holzbock sowie seine Larven Überträger sein können.
  • Eine Infektion mit diesen Viren führt zu einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute.
  • Einige Tage geschieht nichts, dann kommt es für eins bis acht Tage zu Fieber und grippeähnlichen Krankheitsbildern, die von Müdigkeit, Kopfschmerz etc. begleitet sind. Danach, einige Tage also ohne Symptome, kann die zweite Phase beginnen, bei der schwerste Krankheitssymptome auftreten: hohes Fieber, heftigste Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Sehunschärfe und mehr kann eintreten. Lebensbedrohliche Zustände entstehen dann durch Lähmungen und Herzrhythmusstörungen.
  • Glücklicherweise kommt es nur bei etwa einem Drittel der infizierten Menschen zur zweiten Krankheitsphase.
  • Man schätzt, daß, je nach Gebiet, in Deutschland jede 20ste bis 500ste Zecke als
    Krankheitsüberträger in Frage kommt.

Weitere Quellen.

 

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